Kühlaggregat für die Kühlzelle richtig auslegen

Das Kühlaggregat ist das Herz der Kühlzelle – und die häufigste Fehlerquelle. Zu klein gewählt läuft es im Dauerbetrieb und erreicht die Temperatur im Sommer nicht; zu gross taktet es ständig und trocknet das Lagergut aus. Dieser Ratgeber erklärt, wie Kälteleistung, Zellenvolumen und Aufstellort zusammenhängen und welches RIVACOLD-Aggregat zu welcher Zelle passt. Der Kühlzellen-Konfigurator übernimmt die Auslegung automatisch.

Welche Bauarten gibt es?

Huckepack-Aggregat (Wandaggregat): Verdampfer, Verdichter und Verflüssiger sitzen in einem Gehäuse, das durch einen Ausschnitt in der Zellenwand gesteckt wird. Innen hängt der Verdampfer, aussen der Verflüssiger. Steckerfertig, keine Kältemittelleitungen, Montage in einer Stunde – die Standardlösung für Zellen bis rund 40 m³.

Deckenaggregat: Gleiches Prinzip, aber auf der Zellendecke montiert. Sinnvoll, wenn alle Wände durch Regale, Türen oder angrenzende Räume belegt sind. Braucht Deckenabstand für die Luftführung.

Split-Anlage: Verdampfer in der Zelle, Verflüssigungssatz aussen am Gebäude, verbunden über Kältemittelleitungen. Die Abwärme bleibt draussen, die Zelle läuft leiser, und grosse Volumen oder mehrere Zellen lassen sich versorgen. Braucht einen Kältemonteur und eine Bewilligung, je nach Kältemittelmenge.

Kälteleistung: Wie viel Watt braucht meine Zelle?

Die nötige Kälteleistung hängt von vier Faktoren ab: dem Zellenvolumen bzw. der Wandfläche (Wärme durch die Paneele), der Temperaturdifferenz innen/aussen, dem Warenumschlag (warme Ware, die abgekühlt werden muss) und den Türöffnungen (Luftaustausch). Für Standardzellen mit 100 mm Paneelen, +2 °C innen und +32 °C Umgebung gibt Incold Richtwerte für das Volumen je Modell an – dieselben, die der Konfigurator verwendet.

Zur Orientierung bei Pluskühlung (RIVACOLD BEST, Ta 32 °C): 940 W reichen für rund 8 m³, 1'250 W für 12 m³, 1'600 W für 18 m³, 2'000 W für 24 m³, 2'500 W für 32 m³, 3'000 W für 41 m³ und 3'900 W für 55 m³. Bei Tiefkühlung sind die Volumen bei gleicher Leistung deutlich kleiner: 660 W für 4.6 m³, 920 W für 7.4 m³, 1'540 W für 17 m³, 2'160 W für 30 m³, 2'580 W für 38 m³.

Diese Richtwerte gelten für normale Lagerung. Wer täglich viel warme Ware einlagert (Metzgerei nach dem Schlachten, Bäckerei mit warmen Backwaren, Gemüsehandel mit Feldware) oder die Tür sehr häufig öffnet, wählt eine Stufe grösser. Wer nur wenig umschlägt und die Zelle in einem kühlen Keller steht, kann knapp auslegen.

Die RIVACOLD-Serien im Vergleich

BEST ist die Standardserie: Huckepack, steckerfertig, Kältemittel R290 (Propan, GWP 3), elektronische Steuerung mit Anzeige, automatische Abtauung, Modelle von 940 bis 3'900 W für Pluskühlung und 660 bis 2'580 W für Tiefkühlung, 230 V oder 400 V.

BEST EASY ist die Einstiegsserie mit Copeland-Steuerung – gleiche Baugrössen und Leistung wie BEST, einfachere Regelung, tieferer Preis. Zusätzlich gibt es ein kleines Modell mit 640 W für Zellen bis 5.6 m³.

BOLD ist das Huckepack-Aggregat mit Wetterschutzgehäuse für die Aussenaufstellung oder feuchte Räume – etwa bei Zellen unter einem Vordach, in Waschräumen oder auf dem Bauernhof. Leistung 955 bis 4'150 W für Pluskühlung, bis 2'460 W für Tiefkühlung. Laut Rivacold für Paneele bis 120 mm; bei Tiefkühlzellen mit 160 mm Paneelen ist der Einbau vorher abzuklären.

BEST CM ist das Deckenaggregat der BEST-Serie mit 956 bis 3'100 W für Pluskühlung und bis 3'060 W für Tiefkühlung.

Alle vier Serien finden Sie mit Listenpreisen in unserem Shop unter Kühlaggregate und Tiefkühlaggregate.

Aufstellort: Wohin mit der Abwärme?

Ein Kühlaggregat verschiebt Wärme – aus der Zelle in den Aufstellraum. Bei einem 1'250-W-Aggregat sind das rund 2 kW Abwärme im Betrieb. In einem kleinen, geschlossenen Raum steigt die Temperatur schnell auf 35 °C und mehr; dann sinkt die Kälteleistung und der Stromverbrauch steigt. Regeln für den Aufstellort:

  • Verflüssiger nicht direkt vor einer Wand: mindestens 50 cm Abstand für die Luftansaugung, Ausblasrichtung frei.
  • Raum mit Luftaustausch (Fenster, Lüftung, offener Durchgang) oder Aggregat an einer Aussenwand bzw. BOLD im Freien.
  • Nicht neben Wärmequellen wie Kombisteamer, Spülmaschine oder Heizung.
  • Kondensatabfluss: BEST-Aggregate verdampfen das Tauwasser meist selbst; bei Tiefkühlung und hoher Luftfeuchte ist ein Abfluss sicherer.

Strom, Lautstärke, Wartung

Huckepack-Aggregate bis rund 2'500 W laufen mit 230 V an einer normalen, abgesicherten Steckdose; grössere Modelle brauchen 400 V. Die Leistungsaufnahme liegt bei etwa 40 bis 50 % der Kälteleistung. Zur Lautstärke: Ein BEST-Aggregat liegt im Betrieb bei rund 45 bis 55 dB(A) in einem Meter Abstand – vergleichbar mit einem Kühlschrank bis zu einem leisen Gespräch. In Räumen neben Gaststube oder Büro lohnt sich die Wandwahl. Wartung beschränkt sich auf das Reinigen des Verflüssigers alle drei bis sechs Monate (Staub, Fett) und die Sichtkontrolle der Türdichtung.

Häufige Fehler bei der Auslegung

  • Aggregat nach Zellengrundfläche statt nach Volumen und Temperatur gewählt.
  • Umgebungstemperatur unterschätzt – Dachräume und Küchen erreichen im Sommer 35 °C.
  • Tiefkühlzelle mit Pluskühl-Aggregat: erreicht nie −18 °C.
  • Regal direkt vor dem Verdampfer: blockiert die Luftzirkulation, Ware friert oder bleibt warm.
  • Keine Reserve für Warenumschlag – die Zelle braucht nach dem Einlagern Stunden bis zur Solltemperatur.

Der Kühlzellen-Konfigurator wählt das Aggregat automatisch nach Zellenvolumen und Temperatur und zeigt Leistung, Richtwert und Preis. Für Sonderfälle – hoher Warenumschlag, warme Aufstellräume, Split-Anlagen – beraten wir Sie persönlich: Telefon 041 241 11 01 oder info@chrombox.ch. chrombox, Baar – Kühlzellen und Kühlaggregate in der ganzen Schweiz.

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chrombox.ch – T101 AG

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