Kühlzelle planen: Grösse, Aggregat und Kosten richtig bestimmen
Eine Kühlzelle ist eine Investition für 15 bis 20 Jahre. Wer die vier Grundfragen – Was wird gelagert, wie viel, wo steht die Zelle und welches Aggregat passt – sauber beantwortet, bekommt eine Zelle, die energieeffizient läuft und im Alltag nicht stört. Dieser Ratgeber führt Schritt für Schritt durch die Planung. Den Richtpreis für Ihre Konfiguration sehen Sie anschliessend sofort im Kühlzellen-Konfigurator.
1. Lagergut und Temperatur festlegen
Die Temperatur bestimmt die Zellenart. Pluskühlung (Normalkühlung, NK) deckt 0 bis +8 °C ab und reicht für Fleisch und Geflügel (0 bis +2 °C), Fisch (0 bis +2 °C, idealerweise mit Edelstahl-Innenausführung), Milchprodukte (+2 bis +4 °C), Obst und Gemüse (+4 bis +8 °C), Getränke, Patisserie, Schnittblumen oder Wild. Für Tiefkühlware, Glace und Teiglinge braucht es −18 °C und kälter – also eine Tiefkühlzelle mit dickerer Isolierung und isoliertem Boden. Werden verschiedene Waren gelagert, gilt die tiefste benötigte Temperatur; Fleisch und Gemüse in derselben Zelle sind ein Kompromiss bei +2 bis +4 °C.
2. Grösse: Innenvolumen und Stellfläche
Modulare Kühlzellen gibt es in Rastermassen. Bei der Incold EvoSystem 100 mit 100 mm Paneelstärke beginnt das Sortiment bei 142 × 142 cm Aussenmass (rund 3 m³ Innenvolumen) und reicht in Schritten von 20 cm bis 382 × 862 cm. Die Innenhöhe beträgt wahlweise 202 oder 222 cm, aussen kommen 20 cm Paneel und Boden dazu – also 222 bzw. 242 cm Aufbauhöhe. Zwischen Zellendecke und Raumdecke sollten mindestens 10 bis 20 cm frei bleiben, damit die Abwärme des Aggregats abziehen kann.
Als Faustregel für die Grösse: Eine Gastroküche mit 50 bis 100 Sitzplätzen kommt meist mit 5 bis 8 m³ aus, ein Hofladen oder eine Metzgerei mit Wildannahme plant eher 8 bis 15 m³, Grossküchen und Lebensmittelhandel ab 15 m³. Regale brauchen Platz: Ein EasyRack-Regal ist 30 bis 50 cm tief, davor sollten 80 bis 90 cm Gang bleiben. Eine 182 × 182 cm Zelle (5.3 m³) bietet mit einem L-Regal rund 6 Laufmeter Ablage auf vier Ebenen.
3. Standort, Tür und Boden
Die Zelle braucht einen ebenen, tragfähigen Boden und Platz für die Tür: Das Türblatt einer Standardtür mit 90 cm Durchgang ist 120 cm breit und schwenkt nach aussen. Die Türposition ist frei wählbar – vorne, hinten, links oder rechts, jeweils links, mittig oder rechts in der Wand. Wer regelmässig mit dem Rollwagen hineinfährt, wählt eine Auffahrrampe oder – auf einem bauseits gedämmten Unterlagsboden – eine Zelle ohne Boden für schwellenlosen Zugang.
Der Standardboden ist verzinktes Stahlblech mit rutschfester PVC-Beschichtung und trägt 100 kg pro Gummirad. Für Fisch, Kadaver oder aggressive Reinigung gibt es einen Edelstahlboden, für Hubwagen und schwere Lasten den verstärkten Boden mit 250 kg Radlast.
4. Das passende Kühlaggregat
Das Aggregat wird nach Zellenvolumen, Umgebungstemperatur und Lagergut ausgelegt. Steckerfertige Huckepack-Aggregate von RIVACOLD hängen auf der Zellenwand, brauchen keinen Kältemonteur und arbeiten mit dem natürlichen Kältemittel R290. Die Serie BEST deckt in der Pluskühlung 8 bis 55 m³ ab, die Einstiegsserie BEST EASY beginnt schon bei 5.6 m³, und für die Aussenaufstellung gibt es das BOLD mit Wetterschutzgehäuse. Ist an keiner Wand Platz, kommt ein Deckenaggregat in Frage. Ab etwa 40 m³ oder wenn die Abwärme nicht im Raum bleiben darf, ist eine Split-Anlage mit Aussenverflüssiger die bessere Wahl. Mehr dazu im Ratgeber Kühlaggregat richtig auslegen.
Wichtig für den Standort: Ein Huckepack-Aggregat gibt seine Wärme in den Aufstellraum ab. In einer kleinen, unbelüfteten Kammer steigt die Raumtemperatur, das Aggregat läuft länger und verbraucht mehr Strom. Sorgen Sie für Luftaustausch oder wählen Sie eine Wand, hinter der ein grösserer Raum liegt.
5. Was kostet eine Kühlzelle?
Der Preis setzt sich aus Zelle, Aggregat, Regalen und Zubehör zusammen. Richtwerte (exkl. MwSt., Stand September 2026): Eine kleine Zelle 142 × 142 cm mit BEST-EASY-Aggregat liegt komplett bei rund CHF 7'000 bis 8'500. Eine Zelle 222 × 222 cm (8.2 m³) mit BEST-Aggregat und L-Regal kostet etwa CHF 11'000 bis 13'000, eine 302 × 342 cm Zelle (18 m³) rund CHF 16'000 bis 19'000. Dazu kommen Lieferung und Montage, die wir je nach Standort separat offerieren. Im Konfigurator wird der Rabatt direkt ausgewiesen und die Richtofferte kann als PDF mit Zellenplan heruntergeladen werden.
Beim Stromverbrauch lohnt sich der Blick auf die Tür: Jede Türöffnung tauscht warme Raumluft gegen kalte Zellenluft. Ein Streifenvorhang reduziert diesen Verlust um rund 80 % und spart bei 40 Öffnungen pro Tag in der Pluskühlung rund CHF 240 pro Jahr – bei Tiefkühlung ein Mehrfaches.
6. Checkliste vor der Bestellung
- Lagergut und Solltemperatur definiert (Plus- oder Tiefkühlung)
- Stellfläche gemessen inkl. Türschwenkbereich und 10–20 cm Deckenabstand
- Einbringweg geprüft: Paneele sind bis 2.5 m lang – passen sie durch Türen und Treppenhaus?
- Steckdose 230 V (bei grossen Aggregaten 400 V) in Aggregatnähe vorhanden
- Kondensatabfluss oder Verdunstungsschale eingeplant
- Regale, Streifenvorhang, Rampe im Konfigurator ergänzt
Alles beisammen? Dann stellen Sie Ihre Zelle im Kühlzellen-Konfigurator zusammen – Richtpreis, Zellenplan und Offerte kommen sofort. Bei Sondermassen, Kombizellen oder Zellen ohne Boden beraten wir Sie persönlich: Telefon 041 241 11 01 oder info@chrombox.ch. chrombox liefert und montiert Kühlzellen in der ganzen Schweiz, mit Schwerpunkt Zentralschweiz.
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